Texte

Zur Gewerkschaftsdebatte

06. September 2013
Von

Vor einigen Wochen hat die Schweizer Sektion der Internationalen Kommunistischen Strömung (IKS) auf unseren Text «Schranken proletarischer Emanzipation – zur Kritik der Gewerkschaften» aus Kosmoprolet 3 reagiert und eine Kritik (Teil 1 / Teil 2) daran verfasst. Die IKS erwartet von uns eine klare Verurteilung der Gewerkschaften anhand eines von ihnen definierten Klassencharakters. Um den Gewerkschaften aber einen eindeutigen Klassencharakter zuschreiben und sie ausschliesslich als Organe der Bourgeoisie fassen zu können, muss die IKS auf zwei Vorannahmen zurückgreifen, die folgenschwer sind und die sie auf eine hoch spekulative Ebene führen. Es geht dabei um die Fragen nach dem objektiven Bedürfnis und Wesen des Proletariats und um die Frage nach dem Aufstieg und endgültigen Niedergang der kapitalistischen Produktionsweise. Die beiden Grundannahmen, die die IKS trifft, sind konstitutive Teile ihrer Theoriebildung. Um die Kritik an unserer Analyse der Gewerkschaften plausibel beantworten zu können, müssen wir diese Vorannahmen diskutieren. Sie sollen im Folgenden in aller Kürze kritisiert werden, wenn sie auch – und das haben solche Konstruktionen an sich – nicht endgültig widerlegt werden können. Uns scheint es notwendig, von solchen metaphysischen Konstruktionen Abstand zu nehmen, um die Realität bürgerlicher Gesellschaft begrifflich fassen zu können.

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Das endlose Ende der Demokratie

09. Mai 2013
Von

Es ist in der hiesigen Öffentlichkeit einigermassen ruhig geworden um die ökonomische Misere, die sich seit 2007 ausgehend von den USA in die Nationalökonomien der Metropolen frisst. Es warnt zwar die eine oder andere Expertin in den Wirtschaftsspalten vor der nächsten Blase und wenn gerade ein Inselstaat vor dem Staatsbankrott steht, schlagen Journalisten und Politikerinnen Alarm.

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Über die Kommunisierung und ihre Theoretiker

23. August 2012

»Was auf dem Programm stand, war die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat, das zunächst in einer sozialistischen, noch von Warenproduktion und strikter Bemessung des individuellen Anteils am gesellschaftlichen Reichtum geprägten Übergangsgesellschaft die Grundlagen des Kommunismus schaffen sollten, also einer klassenlosen Gesellschaft, in der es kein Lohnsystem, keine Proletariat mehr gibt. Der Begriff Kommunisierung drückt die Antiquiertheit dieser Vorstellung aus. Kommunismus ist demnach kein fernes Ziel, sondern die Bewegung selbst, die jegliche Tauschbeziehungen und den Staat liquidiert.«

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Der Existenzialismus als Zerfallsprodukt revolutionärer Theorie

23. August 2012

»Ohne ein Verständnis des Kapitals als gesellschaftliches Verhältnis verkommt das Projekt der Abschaffung zur Entscheidung einiger Verdammter der Zivilisation. Nur als Angriff der Lohnabhängigen auf ihre Existenz als Proletarier, als praktische Kritik der alltäglichen Passivität kann diese Abschaffung erfolgen und nicht als Lebensreform einiger Existenzialisten«

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Fragebogen zur Leiharbeit

23. August 2012

»Offenbar war es nötig, mit ihnen in einen Dialog zu treten, anstatt ihnen unsere ›fertigen‹ Analysen ihrer Situation in Form von Flugblättern oder Redebeiträgen vorzusetzen. Aus dieser Überlegung heraus versuchten wir, angelehnt an frühere Versuche, wie sie von Marx bis zu den Operaisten unternommen worden waren, einen Fragebogen zu entwicklen, der sich speziell an Leiharbeiterinnen richtet.«

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Schranken proletarischer Emanzipation - Zur Kritik der Gewerkschaften

22. August 2012
Von

»Und auch in jenem Teil der Linken, der sich auf die Klasse bezieht, haben die Gewerkschaften einen festen Platz, meist als Organe, in denen die Arbeiter das Kämpfen lernen und als Organisation, die heute zwar korrumpierte Führer habe, aber eigentlich das Interesse der Arbeiterklasse vertrete. Seltener trifft man auf die Ansicht, dass die Gewerkschaften Organe der herrschenden Klasse seien, die von außen die Arbeiterklasse bremsen und ihr immer wieder Fesseln anlegen. Beide Ansichten sind geprägt von einem fundamentalen Missverständnis dessen, was Gewerkschaften eigentlich ausmacht.«

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